Releasing

Interview des Releasing Fachverbands Deutschland e.V. mit Andrea Köster

01 Juni 2018
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Mit persönlichen Einsichten über den Weg mit Releasing und Erfahrungen mit dieser Methode

Seit wann praktizierst Du Releasing bzw. bietest Du Releasing an?

Praktizieren tue ich Releasing seit 1996, seit 2002 biete ich Releasing in meiner eigenen Praxis an.

Wie bist du persönlich zum Releasing gekommen?

Den ersten Kontakt mit Releasing habe ich auf der griechischen Insel Naxos erfahren, wo ich eigentlich vier Wochen lang gar nichts tun wollte. Allzu glücklich war ich derzeit nicht, ich war unzufrieden mit meiner Beziehung und wusste nicht so recht, was ich von mir selbst halten sollte. Auch stellte mir immer wieder die Frage, ob es einen Gott / eine übergeordnete Kraft gibt. Ich war kaum ein paar Tage auf der Insel, als ich einen Releaser kennenlernte, der mich in die Kunst des Loslassens einführte. Aus Rumhängen am Strand wurde also tägliches, intensives Loslassen. Loslassen meiner Vorstellungen von Beziehung, Loslassen meiner Konzepte über mich selbst, Loslassen meiner Wut auf Gott und die Welt, Loslassen, Loslassen, und noch einmal Loslassen. Es hat sich gelohnt! Wieder in Hamburg gelandet fühlte ich mich leicht und aufgeräumt. Ich hatte plötzlich die Kraft, die Dinge in meinem Leben zu ändern, die mir zuvor unausweichlich erschienen und ich hatte das Gefühl, einen Anschluss an die Quelle allen Seins gefunden zu haben. Ich besuchte Releasingseminare in ganz Deutschland und begann recht bald selbst als Assistentin auf diesen Seminaren tätig zu werden. Zu dieser Zeit entstand in mir die Gewissheit, mit Releasing meine Berufung gefunden zu haben.

An welcher Releasing-Schule hast Du Deine Ausbildung gemacht?

Ende 1998 dann lernte ich Markus Langholf als Leiter eines Releasingseminars kennen. Wir waren uns sofort sympathisch und als ich erfuhr, dass er, gemeinsam mit seiner Frau Angela in der Bretagne Releasing-Ausbildungsseminare leitet, stand für mich fest, dass ich mich zur Releasinglehrerin ausbilden lasse. Ich assistierte auf Releasing-Basisseminaren und in den nachfolgenden Ausbildungsgruppen von Markus. Seit Abschluss meiner Ausbildung in 2002 habe ich selbst Releasingseminare geleitet und biete Releasing im Einzelsetting in meiner Psychologischen Praxis an.

Wie Du anderen Menschen das Releasing erklärst, was sagst Du dann zu Ihnen?

Mit Releasing die Seele fliegen lassen

Eine Begegnung mit den Bedürfnissen der eigenen Seele; das bietet Releasing am geistigen Wachstum interessierten Menschen. Releasing ist eine spirituell ausgerichtete psychotherapeutische Richtung.
Jeder Mensch trägt unbewusste Überzeugungen und Muster in sich, die uns immer wieder in die gleichen „Beziehungsfallen“ tappen, die gleichen „Fehler“ machen lassen, die aber auch Auslöser sein können für selbstschädigendes Verhalten, wie z.B. Alkohol-, Nikotin- und Drogenmissbrauch oder übermäßiges Essen, bis hin zu psychosomatischen Beschwerden, Ängsten und Depressionen.

Releasing kann helfen, aus solchen Kreisläufen und Mustern auszusteigen. In einem Zustand von gesteigerter Empfänglichkeit für die wahren seelischen Bedürfnisse machen wir uns frei von alten lebensfeindlichen Begrenzungen, machen wir den Weg frei zu unserem vollen kreativen Potenzial. Die Zielsetzung der Arbeit mit Releasing ist immer das Wachstum und die Entwicklung des Menschen sowie die Stärkung seiner seelischen, sozialen und kommunikativen Kompetenz.

Was ist das Besondere an Deiner Releasing-Methode (z.B. Kombis mit anderen Methoden, wie z.B. Aufstellungsarbeit, HP für Psychotherapie etc.)

Releasing lässt sich ganz hervorragend mit anderen Interventionsmethoden kombinieren. In meinem Praxisalltag kommen dabei die Klinische Hypnose, sowie die Systemische Arbeit zum Einsatz. Meine Teilnehmer in den Ausbildungsgruppen für Strukturierte Hypnose fragen mich oft, was sie tun sollen, wenn ein Klient soweit in die Regression geht, dass er sich seines Erwachsenen-Ichs nicht mehr bewusst ist und die Situation zu entgleiten droht. Also, was tun, wenn’s brennt? Ich greife, gerade in schwierigen Situationen, gerne auf Releasing zurück. Für mich ist Releasing einfach unbezahlbar, wenn eine schnelle, direkte Intervention gefragt ist. Ebenfalls sehr bewährt hat sich Releasing in der Aufdeckung und Bearbeitung von Widerständen.

Für welche Menschen bzw. Hilfsbedürftigkeiten bietet sich Dein Angebot insbesondere an? Oder anders gefragt: Welche Menschen kommen zu Dir?

Releasing im Rahmen der Psychotherapie

In meiner Praxis arbeite ich vorwiegend mit Releasing und Hypnose. Neben wenigen beruflichen Coachings, besteht meine Arbeit hauptsächlich in einer therapeutischen Tätigkeit, d.h. ich behandle vorwiegend Menschen mit Angststörungen, psychosomaischen Störungen, Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen. Aber es kommen auch Menschen zu mir, die insgesamt recht zufrieden sind mit sich und ihrem Leben, die aber gerne bestimmte Fähigkeiten entwickeln oder verbessern möchten. Auch Paare, die an ihrer Beziehung arbeiten möchten finden bei mir ein offenes Ohr.

In der alltäglichen Praxis gut zu beobachten sind die positiven Einflüsse von Releasing auf das Vegetative Nervensystem, welches als funktionelle Einheit, bestehend aus und Parasympathikus, zu verstehen ist. Releasing aktiviert den Parasympathikus und ist somit geeignet, psychosomatische Effekte günstig zu beeinflussen. Gleichwohl findet es seinen Platz in der Behandlung o.g. psychischer Störungen. Releasing hilft uns autopoietische Prozesse, also die menschliche Fähigkeit, sich selbst erhalten, wandeln, erneuern zu können. Releasing unterstützt somit, uns für sinnvollere Auswahlmöglichkeiten zu entscheiden, was sich wiederum stabilisierend auf die Psyche auswirkt.

Welche Resonanz/Feedbacks erfährst Du von den Menschen, denen Du mit Deiner Releasing-Methode hilfst?

Hier einige Feedbacks von Klienten, die ich erhalten habe. Die Namen der Absender habe ich verändert, um deren Privatsphäre zu wahren.

Liebe Andrea, ich möchte mich für die besondere Erfahrung der Releasing-Sitzungen bei dir bedanken. Mein Interesse gilt von jeher universellen Ausdrucksformen und holistischen Kommunikationssystemen. Wie gut zu wissen, dass es eine so liebevoll geführte und effektive Möglichkeit gibt, mit der Seele und/oder dem Unterbewusstsein in Resonanz zu treten. Die Seele versteht sofort und verinnerlicht die Lösungsmöglichkeiten dauerhaft! Und wenn die Seele sich (ver)traut, traut sich auch der Körper - bis zu jeder einzelnen Zelle! Deine Art das Releasing zu vermitteln und zu begleiten hat mir sehr gut gefallen und wunderbar gut getan.
Svenja

Liebe Andrea, stell Dir vor: Unsere Releasing-Arbeit hat mir den richtigen Kick gegeben, endlich einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Berufswahl zu gehen. Ich möchte seit Jahren (!!!) eine Heilpraktiker-Ausbildung machen. Der Verstand hat immer geplappert: "Die gibt es doch wie Sand am Meer, da brauchst du nicht auch noch mit anzufangen."Oder: "So viel Stoff lernen, das kannst du nicht mehr - in deinem Alter!" Oder: "Da fallen so viele Leute durch, das schaffst du nicht." Bla bla bla...
Jetzt hatte ich letzte Woche den Impuls eine ganz bestimmte Heilpraktiker-Schule anzurufen. Einen Tag später war dort ein Informationsabend und da musste ich unbedingt hin. Die Schulleiterin und die Schule selbst haben mir so super gefallen, dass ich wild entschlossen bin, mich dort anzumelden. (Ich habe in die ganze Nacht davon geträumt.) Nun besteht für mich kein Zweifel daran, dass ich das ohne unsere Releasing-Sitzung nicht geschafft hätte. Du hast ja gesehen, wie tief ich durch deine Loslass-Sätze mit der "alten Heilerin" in mir berührt wurde. Es geht mir immer noch sehr nahe, wenn ich nur daran denke. Ich bin sehr sehr glücklich, dass ich nun endlich (!!!) dieser energischen inneren Stimme in mir nachgeben kann. Dafür danke ich dir von Herzen! (Ja, ich bedanke mich auch bei mir...)
Nadja

Hallo Andrea, eigentlich wollte ich dir schon lange eine E-Mail schreiben nach unserer ersten Releasing-Arbeit letzten Donnerstag. Mir hat dieser Vormittag sehr gut getan, und ich muss immer noch oft daran denken. Zwar war ich völlig kaputt, als ich daheim war, aber nach einem kleinen Schläfchen ging es mir richtig gut!!! Ich glaube, nach diesem Zustand der Tiefenentspannung könnte ich süchtig werden... Ich fand es auch besonders schön, dass es nicht dieses übliche "Therapie-Gequatsche" war, das ich einige Male erleben durfte. Endlich hat mal jemand mit meiner Seele kommuniziert, nicht nur immer mit dem Verstand. Vielen Dank dafür!
Marcel



Über die Autorin

Andrea Köster ist die Präsidentin des Hypnose-Verbands Deutschland, Diplom-Psychologin und Therapeutin mit Praxis in Hamburg